In 69 deutschen St?dten - Fahrverbote f?r Dieselstinker
14 August, 2007
Praktisch in allen deutschen Ballungsgebieten drohen sp?testens ab dem 1. Januar 2008 zumindest tempor?re Fahrverbote f?r Dieselstinker.
In 69 deutschen St?dten stehen Fahrverbote f?r Dieselstinker unmittelbar bevor Berlin (ots) - Seit Jahresbeginn erst 250.000 Diesel-Pkw mit Partikelfilter nachger?stet - T?V-Untersuchungen best?tigen Wirksamkeit von Markenfiltern und enth?llen katastrophale Ergebnisse von zwei Billigsystemen - DUH fordert bessere staatliche Kontrolle bei der Zulassung von Partikelfiltersystemen und regelm??ige Funktionst?chtigkeitspr?fungen bei Abgasuntersuchungen
Nach Informationen der Deutschen Umwelthilfe e. V. (DUH) stehen in 69 deutschen St?dten Fahrverbote f?r ungefilterte Diesel-Pkw und Nutzfahrzeuge unmittelbar bevor. Praktisch in allen deutschen Ballungsgebieten drohen sp?testens ab dem 1. Januar 2008 zumindest tempor?re Fahrverbote f?r Dieselstinker. 21 dieser Kommunen haben bereits die Details ihrer geplanten Umweltzonen ver?ffentlicht, fast w?chentlich folgen nun die Nachz?gler. "Mit drei Jahren Verz?gerung tritt der Schutz vor gesundheitssch?dlichem Dieselru? endlich auch in Deutschland in Kraft. Andere europ?ische Staaten wie die Schweiz, Gro?britannien, Schweden und Italien waren uns leider einmal mehr voraus ", sagte DUH-Bundesgesch?ftsf?hrer J?rgen Resch. (Eine Auflistung der 69 St?dte mit Luftreinhalte-, Aktions- und Ma?nahmepl?nen findete sich unter http://www.env-it.de/l uftdaten/download/public/html/Luftreinhalteplaene/uballl.htm).
Nach Beobachtungen der DUH rechnet bisher nur eine Minderheit der Diesel-Pkw-Halter mit Fahrverboten. "Fakt ist: Ab dem 1. Januar 2008 hei?t es f?r viele Dieselstinker: 'Wir m?ssen drau?en bleiben'", erkl?rte J?rgen Resch. Die vor allem in diesem Fr?hjahr losgetretene Debatte ?ber Ausnahmen f?r praktisch alle Altfahrzeuge habe offensichtlich dazu gef?hrt, dass viele irrt?mlich glauben, um Fahrverbote herumkommen zu k?nnen. Zur Einhaltung der Feinstaub-Grenzwerte m?ssten die Kommunen deshalb sehr gezielt Dieselfahrzeuge mit hohen Ru?partikel-Emissionen stoppen. Die DUH werde andernfalls ?ber Musterklagen unsinnige Ausnahmen von den Fahrverboten kurzfristig aufheben lassen, k?ndigte Resch an.
Vom derzeitigen Altbestand an ca. 9 Mio. ungefilterten Diesel-Pkw haben nach einer Recherche der DUH von Januar bis Juli 2007 nur knapp drei Prozent (ca. 250.000 Pkw) ihr Fahrzeug mit einem Diesel-Partikelfilter nachger?stet. Als Grund f?r die viel zu geringe Nachr?stquote macht die DUH auch die Unsicherheit ?ber die Qualit?t der verschiedenen Nachr?stsysteme aus, die leider weder bei der Zulassung noch im Betrieb staatlicherseits ?berpr?ft werde.
Die DUH ver?ffentlicht daher erstmals auszugsweise die Ergebnisse zweier vom T?V S?d in Garching vorgenommener Produktvergleiche f?r Nachr?st-Dieselpartikelfilter. Getestet wurden jeweils f?nf unterschiedliche Nachr?stsysteme f?r den Audi A6 2.5 TDI sowie den VW Golf TDI. Im Ergebnis zeigen sich dramatische Qualit?tsunterschiede: W?hrend die drei Marken-Nachr?stsysteme (HJS, Twintec sowie Audi- bzw. VW-Original-Nachr?stfilter) die vom Gesetzgeber vorgeschriebene 30%-Minderungsquote mit Werten zwischen 48 bis 70 Prozent deutlich ?bererf?llten, scheiterte das BOSAL-System mit einer Partikelminderung von nur 21% (Audi) bzw. 29% (VW) sowie der GAT Eurokat mit nur 18% (Audi) bzw. 20% (VW) Partikelminderung. In der Bewertung des T?V S?d schreiben die Pr?fer: "Die Systeme von Bosal und GAT Eurokat erf?llen nicht die gesetzlich festgelegten Partikelgrenzwerte, die zum Erreichen der Partikelminderungsstufe PM 2 vorgeschrieben sind. Die Partikelgrenzwerte werden ?berschritten und die vorgeschriebene Partikelminderung von mind. 30% wird nicht erreicht."
Die DUH fordert das Kfz-Handwerk deshalb auf, bis zur Einf?hrung einer funktionierenden Kontrolle von Partikelminderungssystemen durch die zust?ndigen Beh?rden nur solche Systeme zu verbauen, deren Wirksamkeit bei unabh?ngigen Tests best?tigt wurde. Erfreulicherweise erf?llten offensichtlich alle Marken-Nachr?stsysteme die gesetzlichen Mindestvorschriften. Die steuerliche F?rderung der Nachr?stung f?hre jedoch dazu, dass offensichtlich Trittbrettfahrer Billigsysteme auf den Markt bringen, die nur ?ber eine unzureichende Wirksamkeit verf?gen.
Resch: "Seit der Entscheidung ?ber die steuerliche F?rderung der Nachr?stung von Dieselpartikelfiltern (DPF) ist der Weg frei f?r die nachtr?gliche Reinigung von vielen Millionen Diesel-Pkw auf deutschen Stra?en. Leider hat die Politik jedoch darauf verzichtet, gleichzeitig eine Kontrolle der Wirksamkeit dieser Filtersysteme zu beschlie?en." Die DUH fordert deshalb sowohl die ?berpr?fung von Partikelminderungssystemen durch die zust?ndigen Beh?rden vor der Zulassung als auch die Aufnahme der Messung der Partikelemissionen als Standardprogramm bei der routinem??igen Abgasuntersuchungen (AU). Die daf?r notwendige Pr?ftechnologie ist fertig entwickelt.