Ein Jahr nach der Einf?hrung einer Stufen-Steuer auf Biodiesel w?chst der Unmut innerhalb der Branche deutlich. Nach Informationen der Online-Ausgabe des Wirtschaftsmagazins 'Capital' erw?gen Biodiesel-Hersteller eine Verfassungsbeschwerde vor demBundesverfassungsgericht in Karlsruhe gegen das Energiesteuergesetz aus dem Jahr 2006.
Grundlage f?r die Verfassungsbeschwerde ist ein Gutachten, mit dem der Verband der Deutschen Biokraftstoff-Industrie (VDB) die Chancen auf eine solche Beschwerde pr?fen lie?. In dem Gutachten des Verfassungsrechtlers und Ex-Bundesverteidigungsminister Dr. Rupert Scholz hei?t es unter anderem, "die Besteuerung von Biodiesel nach den Energiesteuergesetz ... ist verfassungswidrig." Laut 'Capital' begr?ndet Scholz seine Einsch?tzung wie folgt: "Die Reduzierung der Steuerbeg?nstigung hat f?r die Erzeuger von Biodiesel im Ergebnis ruin?se Auswirkungen. Der Markt, auf dem sie bislang Biodiesel anbieten konnten, wird durch die Neuregelung zunichte gemacht."
Bis Ende Juli m?ssten die Biodiesel-Hersteller ihre Beschwerde beim Bundesverfassungsgericht einreichen, sonst greift die Verj?hrungsfrist von zw?lf Monaten. Vor einem Jahr, am 1. August 2006, wurde im Zuge des Energiesteuergesetzes erstmals eine Steuer auf Biodiesel von neun Cent je Liter erhoben. Das Gesetz sieht vor, dass die Steuer stufenweise steigt - ab dem kommenden Jahr zun?chst auf 15 Cent je Liter Biodiesel. Ab 2012 sollen es 45 Cent je Liter sein und damit nahezu gleich viel wie bei mineralischem Diesel, der mit 47 Cent je Liter besteuert wird.
Unterdessen haben die SPD-Landesgruppen von Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern im Bundestag Bundeskanzlerin Angela Merkel in einem Brief aufgefordert, die n?chste Steuererh?hung f?r Biodiesel ab dem Jahr 2008 auszusetzen. Zur Begr?ndung hei?t es: "Inzwischen haben zwei Biodiesel-Anlagen, die erst 2003 f?r 3,6 Millionen Euro mit 800.000 Euro F?rdermitteln errichtet worden sind, ihre Produktion einstellen m?ssen. In Mecklenburg-Vorpommern wird in ersten Werken Kurzarbeit angek?ndigt."
Die SPD-Bundestagsabgeordneten Peter Danckert und Dirk Manzewski, die den Brief unterzeichneten, bitten die Kanzlerin, sich f?r eine Erh?hung der Beimischungspflicht von Biodiesel in mineralischen Diesel einzusetzen. Aktuell m?ssen Mineral?lkonzerne dem herk?mmlichen Diesel f?nf Prozent Biodiesel zugeben. Der Appell der SPD-Abgeordneten an die Bundeskanzlerin: "Lassen Sie uns bitte gemeinsam daf?r sorgen, die vielversprechende junge Branche mit ihren derzeit zweifelsohne positiven klima-, umwelt und energiepolitischen Leistungen am Leben zu erhalten und somit die Absatzchancen der Biodiesel-Produzenten zu erhalten."