Deutsche Umwelthilfe e. V. (DUH) nennt die Ablehnung des Bund-L?nder-Kompromisses ?ber die steuerliche F?rderung der Nachr?stung von Diesel-Pkw mit Abgasreinigungssystemen durch die Unionsfraktion im Bundestag einen "Sieg der Unvernunft ?ber den Gesundheitsschutz".
F?nf Jahre nach dem Start der Debatte ?ber eine steuerliche F?rderung sauberer Diesel-Pkw r?ckt eine L?sung erneut in weite Ferne. Nachdem sich Bundesregierung und L?nder Anfang November endlich auf eine Regelung zur F?rderung nachger?steter Dieselpartikelfilter geeinigt hatten, blockiert jetzt die Unionsfraktion im Bundestag die Entscheidung. Nach Informationen der Deutschen Umwelthilfe sperren sich die Unionspolitiker gegen eine kaum mehr als symbolische steuerliche H?herbelastung ungefilterter Diesel-Pkw um 1,20 Euro pro 100 Kubikzentimeter Hubraum ab 2007.
"Nachdem der Verband der Automobilindustrie unter F?hrung und nach pers?nlicher Intervention von DaimlerChrysler-Chef Dieter Zetsche vor ein paar Wochen die urspr?nglich geplante Strafsteuer von 300 Euro f?r ungefilterte Neufahrzeuge gestoppt hat, steht jetzt auch noch die im Bund-L?nder-Kompromiss vorgesehene Nachr?stf?rderung von Diesel-Pkw in H?he von 330 Euro vor dem Aus," sagte DUH-Bundesgesch?ftsf?hrer J?rgen Resch. "Die Unionsfraktion profiliert sich auf Kosten der Gesundheit der Menschen insbesondere in den Ballungszentren, die nun nicht mehr mit einer merklichen Minderung ihrer massiven Feinstaubbelastung rechnen k?nnen." Resch verwies darauf, dass rund zehn Millionen Diesel-Pkw ungefiltert auf deutschen Stra?en unterwegs seien. Gerade in den Wintermonaten w?rden die Feinstaubwerte in praktisch allen Ballungszentren regelm??ig ?ber die zul?ssigen Grenzwerte steigen. Die Union provoziere mit der erneuten Blockade dar?ber hinaus den Zusammenbruch mittelst?ndischer Ru?filterhersteller mit tausenden von Arbeitpl?tzen, die sich aufgrund der Versprechungen aller Parteien seit Jahren mit Millioneninvestitionen auf den bevorstehenden Nachr?stboom vorbereitet h?tten.
Resch: "Wenn die Politik nach jahrelangem Tauziehen endlich einen Kompromiss formuliert, den Start der F?rderung zum 1. Januar 2007 verspricht und die Union dann mit fadenscheinigen Begr?ndungen erneut ausschert, dann bleibt nur ein Schluss: Die Filterf?rderung ist nicht gewollt. Der politische Wille zum Schutz der Bev?lkerung ist nicht da." Das erneute Scheitern der Filterf?rderung sei auch eine Katastrophe f?r die Kommunen, die seit Jahren auf Unterst?tzung f?r ihre Bem?hungen um saubere Luft entlang der Verkehrsadern hoffen und sich nun erneut get?uscht s?hen.
Die DUH bef?rchtet, dass bei einem Scheitern des nach vier Jahren Bund-L?nder-Streit gefundenen Kompromisses zur Finanzierung der Nachr?stregelung aus verfassungsrechtlichen Gr?nden ein vollkommener Neustart der Debatte notwendig werden k?nnte. "Das w?re dann der Anfang vom Ende jeder wie auch immer gearteten Filterf?rderung in Deutschland und der Offenbarungseid der Politik", sagte Resch.
Bund und L?nder hatten sich vor zwei Wochen auf einen Kompromiss zur Filterf?rderung in Altfahrzeugen verst?ndigt. Danach h?tten Autofahrer, die ihren gebrauchten Diesel bis Ende 2009 nachr?sten lassen, einmalig 330 Euro erhalten. F?r Fahrzeughalter, die ihre Dreckschleuder nicht nachr?sten, war f?r 2007 bis Ende 2010 ein Aufschlag auf die Kfz-Steuer von 1,20 Euro je 100 Kubikzentimeter Hubraum vorgesehen.