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Daimler Chrysler - smar for two cdi

23 Juni, 2007

Daimler Chrysler verzichtet auf irref?hrende Werbung f?r neuen Diesel-Smart. Autokonzern unterwirft sich der Forderung der Deutschen Umwelthilfe - irref?hrende Werbung des neuen Diesel-Smart wird eingestellt.


Die Firma Smart wird f?r ihren neuen "smart for two cdi" nicht mehr mit der falschen Behauptung werben, der Kleinstwagen habe "extrem niedrige Emissionswerte". Das ist das Ergebnis der heutigen Verhandlung vor dem Landgericht Stuttgart, die die Deutschen Umwelthilfe e. V. (DUH) gegen den Autobauer angestrengt hatte. Bei jeder Zuwiderhandlung droht der Daimler-Tochter eine Geldstrafe von 7.500 Euro.

Die Smart GmbH hatte f?r die neue Diesel-Variante des Stadtwagens, die in diesen Tagen ausgeliefert werden soll, im Internet mit dem Satz geworben: "Der bew?hrte 3-Zylinder-Common-Rail-Turbomotor mit serienm??igem Dieselpartikelfilter (offenes System) erzielt extrem niedrige Emissionswerte". Die Aussage ist nachweislich falsch, weil mittlerweile der weit ?berwiegende Teil aller neuen Diesel-Pkw in Deutschland mit einem geregelten Dieselru?filter ausgestattet ist. Der Feinstaub-Aussto? liegt in allen diesen F?llen um einen Faktor zehn um ein vielfaches unter dem des Diesel-Smart, der lediglich mit einem minderwirksamen Filter ("offenes System") ausgestattet ist. Der Stadtwagen der Daimler-Tochter Smart st??t sogar erheblich mehr Dieselru? aus als ein moderner Stadtomnibus mit geregeltem Partikelfilter.

Mit dem Erfolg vor dem Landgericht Stuttgart setzte sich die DUH nach einer schon l?nger andauernden, z?hen Auseinandersetzung mit dem Autokonzern durch. Die Vorsitzende des Bund f?r Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) in Baden-W?rttemberg, Brigitte Dahlbender, begr??te das Ergebnis der Verhandlung als "Meilenstein f?r die Gesundheit der Bev?lkerung und mehr Umweltschutz". Die Informationsrechte der Verbraucherinnen und Verbraucher w?rden gest?rkt, da unbequeme Fakten "nun nicht mehr einfach mit flotten Werbespr?chen in ihr Gegenteil verkehrt werden d?rfen."

Die juristischen Vertreter des Daimler-Konzerns hatten eingelenkt, nachdem das Gericht unmissverst?ndlich klar gemacht hatte, dass es andernfalls eine einstweilige Verf?gung im Sinne der Umweltsch?tzer erlassen w?rde. Smart muss jetzt binnen vierzehn Tagen die irref?hrende Werbung fl?chendeckend in ihrem Internet-Auftritt tilgen und darf sie auch nicht mehr in neuen Werbebrosch?ren abdrucken. DUH-Bundesgesch?ftsf?hrer J?rgen Resch wertet das erzielte Ergebnis als "Sieg auf der ganzen Linie" gegen den Smart-Mutterkonzerns Daimler. "Daimler-Chef Zetsche hat das von seinem Vorg?nger gegebene Versprechen gebrochen, den neuen Smart mit einem geregelten Partikelfilter auszustatten. Der neue Diesel-Smart ist und bleibt der ?Dreckspatz von Mercedes?, er ist das einzige neue Mercedes-Modell ohne geregeltem Ru?partikelfilter." Fakt bleibe, dass ausgerechnet ein Stadtwagen die auf EU-Ebene bereits beschlossenen neuen Grenzwerte um ein Mehrfaches verfehle. Die Einigung vor Gericht best?tige nur "die schlichte Selbstverst?ndlichkeit, dass die Firma Smart nicht mit irref?hrenden Aussagen zu den Emissionswerten seiner Fahrzeuge auf Kundenfang gehen darf." Der neue Diesel-Smart sto?e mit etwa 13 Milligramm Partikelmasse pro gefahrenem Kilometer (mg PM10/km) erheblich mehr der gef?hrlichen Feinstaubpartikel aus als die ab September 2009 verbindliche Euro 5-Abgasnorm mit 5 mg PM10/km zulasse. Etwa 80 Prozent der in Deutschland neu ausgelieferten Diesel-Pkw verf?gten ?ber vollwertige Partikelfilter, die die Euro 5-Norm schon heute einhalten. Aus diesem Grund m?ssen Smartk?ufer auch eine Strafsteuer von 1,20 Euro/100 ccm Hubraum zahlen.

BUND und DUH forderten den Autokonzern auf, die Auslieferung des neuen Diesel-Smart solange zu stoppen und seinen Verkauf solange einzustellen, bis er mindestens so sauber sei wie jeder moderne Stadtbus mit geregeltem Partikelfilter.

Dahlbender kritisierte das mangelnde Engagement des Stuttgarter Autobauers zur Bek?mpfung des gesundheitssch?dlichen Feinstaubes in den St?dten. "Es ist umwelt- und gesundheitspolitisch ein Skandal, dass ausgerechnet das Stadtauto Smart, das vorrangig in den mit Feinstaub ohnehin hoch belasteten Ballungszentren verkehren soll, immer noch mit einem unzul?nglichen Partikelminderungssystem ausgestattet wird." Die F?hrungsspitze eines Weltkonzerns, der seinen Sitz in der "Feinstaubhochburg" Stuttgart habe, sollte gen?gend sensibilisiert sein, seine Autos mit den besten technischen Vorkehrungen zur Reduzierung der Ru?partikel auszur?sten. Hier m?sse beim neuen Smart schnellstens nachgebessert werden. Wenn der Konzern nicht einlenke, w?rden BUND-Mitglieder noch im Fr?hsommer damit beginnen, potenzielle Smart-Kunden mit Protesten und "kreativen Aktionen" ?ber die besondere Russpartikelproblematik des "smart for two cdi-Diesel" zu informieren.

DUH-Anwalt Remo Klinger erkl?rte nach der Einigung vor dem Landgericht Stuttgart: "Das Verfahren best?tigt einmal mehr, dass die Zeiten vorbei sind, in denen gro?e und m?chtige Unternehmen ungestraft und ohne Imageschaden in aller ?ffentlichkeit gegen Umwelt- und Verbraucherschutzvorschriften versto?en konnten." djd

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