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Nachr?stung von Dieselpartikelfilter bei LKW und Bus

06 Juni, 2007

Nachr?stung von Dieselpartikelfiltern bei Bussen und Nutzfahrzeugen ist ?berf?llig - Funktionst?chtigkeit von Dieselfiltersystemen soll bei Abgasuntersuchungen regelm??ig ?berpr?ft werden - Einbau klimavertr?glicher CO2-K?ltetechnik in Autoklimaanlagen forcieren.


Zum Auftakt der "Woche der Umwelt" am Amtssitz von
Bundespr?sident Horst K?hler in Berlin pr?sentierte die Deutsche
Umwelthilfe e. V. (DUH) heute drei neue Initiativen f?r
Luftreinhaltung und Klimaschutz im Stra?enverkehr. Dabei geht es um
die Abgasreinigung von Bussen und Lkw, um die Wirksamkeits-Kontrolle
von Dieselpartikelfiltern und schlie?lich um weniger
treibhausrelevante Klimaanlagen in Pkw. "Der Stra?enverkehr geh?rt in
seiner derzeitigen Form zweifellos zu den ?kologisch
problematischsten Sektoren unserer Zivilisation. Wenn sich die
individuelle Mobilit?t weiter rasant ?ber den gesamten Globus
verbreitet, m?ssen wir sie mit Hochdruck umweltgerechter gestalten.
Die Zeit dr?ngt", sagte DUH-Bundesgesch?ftsf?hrer J?rgen Resch.

Zur Er?ffnung des Fachforums ?Klimaschutz, Energie und Mobilit?t?
stellte Resch das Aktionsb?ndnis Dieselpartikelfilter f?r Busse und
Nutzfahrzeuge vor. An der Initiative zur wirksamen Abgasreinigung von
Bussen und Lkw beteiligen sich neben Umwelt- und
Verbraucherschutzverb?nden, der Kinderschutzbund, die
Weltgesundheitsorganisation (WHO), das Umweltbundesamt (UBA),
besorgte Lungenfach?rzte sowie aus der Wirtschaft Hersteller so
genannter Partikelminderungssysteme. Hauptadressaten des
Aktionsb?ndnisses sind neben der Politik in Bund, L?ndern und
Gemeinden auch die Betreiber gro?er Fuhrparks. Sie alle sollen
helfen, die Voraussetzungen f?r eine wirksame Abgasreinigung von
Nutzfahrzeugen zu schaffen und sie schlie?lich z?gig umzusetzen.

Gemeinsam mit den Filterherstellern, die in den vergangenen Jahren
gro?e technische Fortschritte erzielt haben, forderte Resch Bund und
L?nder auf, nach der k?rzlich erfolgten Entscheidung ?ber die
F?rderung nachger?steter Partikelfilter f?r Pkw bei der
Luftreinhaltung nicht auf halber Strecke stehen zu bleiben. Nun komme
es darauf an, dass die in Deutschland entwickelte Filtertechnik auch
in die Busse und Lkw kommen. Dabei gehe es nicht nur um Deutschland,
sondern auch um den Export und die damit verbundenen Chancen.
"Schmutzige Dieselabgase verk?rzen auch weltweit jedes Jahr das Leben
Hunderttausender. Wir m?ssen daf?r sorgen, dass f?r den Menschen
gemachte Technik auch bei den Menschen ankommt."

In Deutschland stellt die Feinstaubbelastung insbesondere in den
Ballungszentren nach ?berzeugung des Sachverst?ndigenrats f?r
Umweltfragen der Bundesregierung (SRU) das derzeit schwerwiegendste
Luftreinhalteproblem dar. Die winzigen Partikel dringen tief in die
Lungen ein und machen viele Menschen krank. ?ber 80.000 B?rger
sterben fr?her als sie m?ssten. Unsere Wissenschaftler haben
errechnet, dass hierzulande alle Menschen im Durchschnitt zehn Monate
ihrer Lebenszeit verlieren - allein infolge der Belastung mit
Feinstaub. Trotz der nach z?hem Ringen im M?rz 2007 endlich
beschlossenen Filterf?rderung bei der Nachr?stung von Diesel-Pkw sind
die Feinstaubpartikel aus Dieselmotoren immer noch die wichtigste
Ursache f?r die viel zu h?ufige ?berschreitung der europaweit
geltenden Immissions-Grenzwerte.

Unbestritten ist, dass mit den bisher ergriffenen Ma?nahmen allein
das Problem nicht in den Griff zu bekommen ist. Deshalb startet das
von der DUH schon 2002 ins Leben gerufene B?ndnis "Kein Diesel ohne
Filter" diese neue Initiative. Resch: "Der Erfolg bei den Pkw reicht
uns nicht aus. Er ist wichtig, aber weniger als die halbe Miete. Denn
mehr als die H?lfte des Dieselpartikel-Problems in den
Ballungszentren stammt nicht aus den Auspuffrohren der Pkw, sondern
aus Bussen und Nutzfahrzeugen, die die Waren in die St?dte liefern".
Sie stamme des Weiteren aus anderen Dieselmotoren, aus Baumaschinen
und auch Diesellokomotiven. F?r Busse und Nutzfahrzeuge unter 12
Tonnen Gesamtgewicht bis hinunter zum Kombi f?r den
Pizzalieferservice gebe es derzeit keinerlei Anreize, bei der
Neuanschaffung oder mittels Nachr?stung die entsprechenden Abgase
wirksam zu filtern.

Vertrauen ist gut - Kontrolle ist besser - Seit der Entscheidung
?ber die steuerliche F?rderung der Nachr?stung von
Dieselpartikelfiltern (DPF) ist der Weg frei f?r die nachtr?gliche
Reinigung von vielen Millionen Diesel-Pkw auf deutschen Stra?en.
Leider hat es die Politik jedoch vers?umt, gleichzeitig eine
Kontrolle der Wirksamkeit dieser Filtersysteme zu beschlie?en. Die
DUH hat daher zus?tzlich eine Initiative mit dem Ziel gestartet, dass
m?glichst noch in diesem Jahr die Messung der Partikelemissionen zum
Standardprogramm der routinem??igen Abgasuntersuchungen (AU) wird.
Dabei hat sich die DUH von mittelst?ndischen Unternehmen wie der auf
Messger?te spezialisierten Firma MAHA best?tigen lassen, dass
zwischenzeitlich geeignete Testger?te und -Verfahren f?r den
fl?chendeckenden Einsatz bei den AU-Pr?fstellen zur Verf?gung stehen.
Das neue Dieselpartikelmesssystem MPM4 / MDO 2 kombiniert die Messung
der Partikel in einem Ger?t. Dabei erfasst es sowohl die Werte der
Tr?bung (so genannte Opazit?t) als auch die lungeng?ngigen
Ru?partikel der Abgase von Diesel-Lkw und -Pkw.

PKW-K?hlung mit CO2-Klimaanlagen - F?r die Treibhausgas-Belastung
durch Pkw spielen die Autoklimaanlagen, die derzeit in etwa 87
Prozent aller neu zugelassenen Pkw in Deutschland eingebaut sind,
eine immer gr??ere Rolle. Dabei wird bisher das K?ltemittel R134a
(Tetrafluorethan) eingesetzt. R134a verf?gt jedoch ?ber ein 1.300 mal
klimasch?dlicheres Treibhauspotenzial als das klassische Klimagas
Kohlendioxid (CO2). Au?erdem entweichen gro?e Teile des K?ltemittels
in die Atmosph?re und f?hren zu einem deutlichen Anstieg der
Treibhausgasbelastung. Zudem erh?ht die Nutzung einer Pkw-Klimaanlage
den Treibstoffverbrauch um 5-8% und tr?gt so zu einer weiteren
Belastung des Klimas bei.

Eine bessere Umweltvertr?glichkeit und weniger Kraftstoffverbrauch
verspricht Kohlendioxid (CO2). Als K?ltemittel R744 genannt, bietet
es schon heute eine serienreife und - in diesem Fall ganz entgegen
der Gewohnheit - eine vergleichsweise klimafreundliche Alternative.
Eine EU-Richtlinie schreibt das Verbot von R134a ab dem Jahr 2011
vor. Die Autoindustrie steht derzeit vor einer Richtungsentscheidung,
welches K?ltemittel, nat?rliches oder chemisches, bei neuen
Fahrzeugtypen eingesetzt werden soll. DUH-Ziel ist es, gemeinsam mit
der Automobilindustrie die Verwendung nat?rlicher und
klimavertr?glicher K?ltemittel f?r Pkw-Klimaanlagen europaweit
durchzusetzen.

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