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Ausprobiert: Reisemobil Spacecamper Classic

17 April, 2015

Der Spacecamper Classic ist anders als andere Reisemobile. Seit fast einem Jahrzehnt baut Spacecamper


Reisemobile auf Basis des VW Bus T5. Eines der Modelle aus Darmstadt ist der Spacecamper Classic. Der Grundriß, der seit Beginn der Firma im Programm ist, bietet ein Doppelbett unten und eine Liegefläche für zwei im aufstellbaren Schlafdach. Zur Ausstattung gehören außerdem ein Kleiderschrank linksseitig im Heck, Küche mit Spüle und einem Klapptisch, der gleichzeitig als Abdeckung des Küchenschranks dient, einen herausnehmbaren Kocher mit Gaskartusche sowie eine Außendusche mit Steckverbindung. Im Falle des Testwagens kommt ein strombetriebener integrierter Warmwasserboiler mit drei Litern Inhalt hinzu.

Spacecamper verzichtet ganz bewusst auf ein Schienensystem zum Verschieben der Sitzbank, die drei Mitreisenden Platz bietet. Die Sicherheitsgurte sind an den Original-Karosseriepunkten aufgehängt und umgelenkt. Auch ohne Hilfe einer zweiten Person lassen sich Lehne und Sitzfläche einzeln herausnehmen, in wenigen Minuten steht der Classic so als Transporter für anfallende Speditionsaufgaben zur Verfügung.

Der Umbau der Sitzbank zur Liegefläche gestaltet sich höchst simpel: Die Rückenlehne wird auf die Sitzfläche geklappt, ein zusätzlicher Keil wird die Kopfstützen gelegt, das war’s dann auch schon. Die Liegefläche ist 205 x 130 cm groß und eben, der Schlafkomfort perfekt. Unterm Dach geht es bei Abmessungen von 195 x 110 cm etwas knapper zu.

Das Aufstellen des Schlafdachs gelingt recht einfach, das Schließen erfordert ein wenig Geschicklichkeit und Kraft. Links und rechts rasten zwei Sicherungszapfen ein, eine zusätzliche Sicherung per Gurtschloss könnte allerdings nicht schaden. Eine nette Idee ist der vorne zu öffnende Teil des Zeltbalgs, durch den die Schlafstatt zu einem "Hochsitz" mit bester Aussicht mutiert. Weniger schön ist, dass sich auf der Dachschale Regen sammelt, der beim Losfahren und bei geöffnetem Fenster in die Ablageschalen der Türen fließt.

Pfiffig ist das trickreiche Küchenmodul, durch das die Sitzbank für drei Mitreisende tauglich wird. Auch für den auf der Fahrerseite sitzenden Fahrgast ist über der transportablen Kompressor-Kühlbox noch ausreichend Platz im Schulterbereich, das 38 Zentimeter tiefe und 55 Zentimeter breite Küchenmodul erlaubt auch hinreichend Beinfreiheit. Die Schranktür des Küchenblocks dient, von einem fixierbaren Gasdruckdämpfer gehalten, gleichzeitig als Tisch. Klassenüblich ist die kleine Spüle, beim Kocher setzt Spacecamper auf einen transportablen Einflamm-Kocher mit Gaskartusche. So kann das Frühstück oder Abendessen bei gutem Wetter auch draußen zubereitet werden.

Dass Spacecamper-Geschäftsführer Ben Wawra gut ein Jahr in einem seiner Fahrzeuge lebte, merkt man dem Ausbau an. Etwa an dem in der Innenverkleidung der Heckklappe untergebrachten Heckzelt, das in Kombination mit einer Außendusche als Duschkabine dienen kann. Oder an der Schuhablage im Einstiegsbereich; an der Tasche, die jederzeit griffbereit hinter dem Beifahrersitz angebracht ist und Besteck und Geschirr aufnimmt, sowie an den zahlreichen Beleuchtungsmöglichkeiten mit Strom sparender LED-Technik und an der mit Fliegengitter versehenen Abdeckung der Heckklappenöffnung. Durchdacht ist auch die Unterbringung des Landstrom-Anschlusses unter der Motorhaube. Dort sitzt er gut geschützt vor unbefugtem Zugriff und zudem sind keine Bohrungen an der Karosserie notwendig. Über den Sinn der aus der Schiebetür herausklappbaren Trockentoilette kann man allerdings trefflich streiten. Es ist sicherlich nicht jedermanns Sache, sein "Geschäft" in eine (verschließbare) Tüte zu verrichten und diese dann zu "entsorgen". Bei Spacecamper betont man denn auch, dass diese Lösung lediglich für "dringende Notfälle" gedacht sei.

Der mit zahlreichen Extras wie Tresor und Warmwasser-Boiler versehene Testwagen basiert auf dem T5 in der Caravelle-Version mit Comfortline-Ausstattung. Mit dem 140 Pferdestärken leistenden Turbodiesel und 4Motion-Allradantrieb kommt der Wagen auf einen Endpreis von 74 519 Euro. Günstiger wird es, wenn man auf Zusatzausstattungen und den Allradantrieb verzichtet – oder auf den Kombi oder Transporter als Basis zurückgreift. Der Grundpreis für einen Spacecamper Classic mit Transporter-Basis und Flachdach liegt bei 38 400 Euro.

Fazit: Die pfiffigen Ideen und die komfortable und solide Innenausstattung des Spacecamper Classic haben allerdings ihren Preis. ampnet/gp

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