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Autobauer Ford will Bambus ins Auto holen

16 Mai, 2017

Bambus ist druck-, zug- und biegefest und dient zum Beispiel in China auch für große Gerüstbauten. Autobauer Ford will die Vorzüge des stabilen und schnell nachwachsenden Naturprodukts auch für Anwendungen im Auto nutzen. So

könnten schon bald Oberflächen in Fahrzeugen der Marke aus einer Kombination aus Bambus und Kunststoff hergestellt werden.
In den vergangenen Jahren arbeitete Ford mit ausgewählten Lieferanten zusammen, um die Lebensdauer von Bambus im Fahrzeug-Innenraum zu evaluieren. Das Team fand heraus, dass dieser natürliche Rohstoff bei einer Reihe von Werkstoffprüfungen, angefangen bei Zugfestigkeitstests bis hin zu Schlagprüfungen, deutlich besser abschneidet als andere getestete synthetische und natürliche Fasern. Selbst bei hohen Temperaturen von bis zu 100 Grad Celsius behält Bambus noch die gewünschten Eigenschaften.

Biomaterialien spielen in der Autoindustrie eine immer größere Rolle. Autobauer Ford und das Unternehmen Jose Cuervo erproben beispielsweise bereits die Verwendung von Agavenfasern, die als Nebenprodukt bei der Tequilaherstellung anfallen. Ziel ist die Entwicklung eines nachhaltigen Bio-Kunststoffs für Fahrzeugteile. Ford begann bereits im Jahr 2000 mit dem Einsatz nachhaltiger Materialien. Inzwischen kommen zum Beispiel Soja-Schaum, Rizinusöl, Weizenstroh, Kenaf-Fasern, Cellulose, Holz, Kokosfasern und Reiskornschalen im Autobau zur Anwendung. Kenaf, eine tropische Pflanze aus der Familie der Baumwollpflanzen, wird in den Türpolstern des Ford Escape verwendet, und Reprevegewebe, das aus recycelten Plastikflaschen hergestellt wird, kommt seit Kurzem im F-150 zum Einsatz. Bestandteile der Reispflanze verstärken in dem Fahrzeug außerdem den Kunststoff im Kabelbaum.

Recycelte Baumwolle aus gebrauchter Kleidung wird als Innenpolsterung und Schalldämmung in den meisten Ford-Fahrzeugen verwendet. Wiederverwendetes Nylon wird im Bereich des Zylinderkopfdeckels bei den Modellen Ford Escape, Fusion, Mustang und F-150 genutzt. Teppichböden werden bei Modellen wie dem Transit und dem C-Max unter anderem aus recycelten Plastikflaschen gefertigt. Soja-basierte Schaumstoffe werden als Sitzpolsterungen, Sitzlehnen und Kopfstützen von nordamerikanischen Ford-Fahrzeugen verwendet. Weizenstroh verstärkt Ablagen im SUV Flex, und Cellulose-Baumfasern ersetzen in der Armlehne des Lincoln MKX herkömmliche Glasfasermaterialien. ampnet/jri

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