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Neue Kfz Steuer Berechnung für kleine Nutzfahrzeuge?

23 Juni, 2009

Kommt eine CO2 Steuer für kleine Nutzfahrzeuge? Ein neues Gesetz könnte unser tägliches Leben ganz schön beeinflussen.


EU-Umweltkommissar Stravos Dimas will ähnlich wie bei den Pkw für kleine Nutzfahrzeuge, wie zum Beispiel den Sprinter von Mercedes-Benz, verbindliche CO2-Grenzwerte festlegen. Geplant sind Grenzwerte von 175 Gramm ab dem Jahr 2012, drei Jahre später sollen die Transporter sogar nur noch 160 Gramm pro Kilometer ausstoßen dürfen.

Doch das ist kaum zu schaffen sagt Dr. Sascha Paasche, Leiter Entwicklung Mercedes-Benz Vans. Er kritisiert darüber hinaus, dass der Vorschlag des EU-Umweltkommissars die Transportleistung überhaupt nicht in Betracht zieht.
Politik muss kleine Nutzfahrzeuge mit Augenmaß und bedarfsgerecht besteuern!" EU plant harte Vorgaben für leichte Nutzfahrzeuge ohne Nutzwert und Transportvolumen in Betracht zu ziehen.

Anmoderation: Gut zwei Wochen ist es nun her, dass Europa über die neue Zusammensetzung des Europäischen Parlaments abgestimmt hat. Bis sich die Europaabgeordneten erstmals in Brüssel zusammen setzen, werden aber noch einige Wochen verstreichen. In der Zwischenzeit werden aber von der Kommission, also von der Europa-Regierung, weiter Gesetze vorbereitet.

1. O-Ton Dr. Sascha Paasche:
Wir stellen uns selbstverständlich dieser Herausforderung der CO2-Reduktion. Wir haben uns mit den Zielwerten sehr intensiv auseinandergesetzt, sehen aus der heutigen Sicht, dass die Zielwerte, die dort anvisiert werden, sehr, sehr schwer zu erreichen sind. Ich denke, es ist notwendig, dass wir die Transporteffizienz mit berücksichtigen. Eine Möglichkeit wäre Tonnenkilometer als Bezugsgröße zu nehmen, das heißt CO2-Emissionen pro Tonnenkilometer wäre deutlich sinnvoller als die PKW-Regelung zu übernehmen. Wir halten die aktuelle Regelung, wie sie vorgeschlagen wird, nicht für ausgereift.

Sollte die Regelung umgesetzt werden, könnte der Schuss nach hinten losgehen: Um den fälligen Strafen zu entgehen, werden Transportunternehmen und Speditionen kleinere Fahrzeuge einsetzen. Statt einem effizienten, großen Transporter wären dann doppelt oder gar drei Mal so viele kleinere Fahrzeuge unterwegs - und entsprechend auch mehr Fahrer im Einsatz. Marten Bosselmann, Geschäftsführer des Bundesverbandes Internationaler Express- und Kurierdienste e.V. (BIEK) fordert die EU-Kommission auf, den Vorschlag zu überarbeiten:

2. O-Ton Marten Bosselmann:
Generell ist es natürlich so, dass wir an die Politik appellieren, mit Augenmaß und bedarfsgerecht Dinge zu besteuern. Es wird keinen Unternehmer geben, der sein Fahrzeug, mit dem Packstücke und Pakete transportiert werden, aus Prestigegründen anschafft. Sondern es wird darauf abgestellt, wie viel Volumen brauche ich wirklich und wie viel Kraftstoff brauche ich, um eine bestimmte Anzahl Pakete von A nach B zu bringen. Es wird sich keiner für ein unnütz großes Auto entscheiden.
Sollten die Vorschläge trotz aller Warnungen der Hersteller und Transportunternehmer trotzdem wie vom EU-Umweltkommissar geplant umgesetzt werden, würde das für die Unternehmen unzumutbare Mehrkosten zur Folge haben prophezeit der Verband der Automobilindustrie. Deshalb setzt sich VDA-Präsident Matthias Wissmann für eine ausgewogene Regelung ein.

3. O-Ton Matthias Wissmann:
Die europäische Ebene muss immer wieder darauf Rücksicht nehmen, dass unser Mittelstand - Speditionen, Fuhrunternehmen, Handwerker - nicht mehr belastbar sind. Dass unsere Nutzfahrzeugproduzenten ohnehin schon den schwersten Ballast in dieser Krise tragen, weil der Rückgang dort noch viel stärker ist auf allen Weltmärkten als beim Pkw. Und wenn man Ökologie und Ökonomie verbinden will, dann muss eine Regelung zum richtigen Zeitpunkt kommen und sie muss eine Balance enthalten zwischen ökonomischen Überlegungen und den berechtigten Nachhaltigkeitskriterien, also ökologischen Überlegungen.

Abmoderation: Die EU plant unrealistische CO2-Grenzwerte für Transporter. Die Hersteller und die Transportunternehmen beklagen, dass die Vorschläge weder den Nutzwert noch das Transportvolumen dieser Fahrzeuge berücksichtigen. In der Praxis würde das zu einer grotesken Situation führen: Die geplante Regelung wird dazu führen, dass mehr CO2 ausgestoßen wird, mehr Benzin oder Diesel verbraucht wird, was letztendlich der Verbraucher mit jedem Artikel, den er kauft, bezahlen muss. pressrelations.de Daimler AG, Michael Gutzeit, 0711 / 175 2410 VDA, Eckehart Rotter, 069 / 97507 264
all4radio, Hermann Orgeldinger, Hannes Brühl, 0711 / 3277759 0

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